Schilddrüse
Wichtig für die Entwicklung des Fötus
Welche Funktion hat die Schilddrüse?
Die Schilddrüse weist die Form eines Schmetterlings auf und befindet sich an der Vorderseite des Halses. Sie spielt eine wichtige Rolle für die Regulation des Stoffwechsels, indem sie zur Steuerung des Energieumsatzes des Körpers beiträgt. Schilddrüsenhormone sind für das Wachstum und die Gehirnentwicklung Ihres Kindes unverzichtbar.
Die Schilddrüse weist die Form eines Schmetterlings auf.
Die Schilddrüse und ihre Hormone
Die Schilddrüse produziert die Hormone T4 (Thyroxin) und T3 (Trijodthyronin). Die Ausschüttung dieser Hormone wird durch ein drittes, im Gehirn gebildetes Hormon, das sogenannte TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon), reguliert.
Schilddrüsen-Überfunktion während der Schwangerschaft
Eine Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose) kann Frühgeburten, ein geringes Geburtsgewicht und Bluthochdruck bei der Mutter verursachen.
Symptome einer Überfunktion der Schilddrüse
Sie können während der Schwangerschaft unauffällig sein.
• Wärmeempfindlichkeit
• Überwärmte Haut
• Vermehrtes Schwitzen
• Zittern
• Gewichtsabnahme
Schilddrüsen-Unterfunktion während der Schwangerschaft
Umgekehrt reichen die Hormonspiegel für ein normales Wachstum und eine optimale Gehirnentwicklung des Ungeborenen nicht aus, wenn bei der Mutter eine Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) besteht. Da der Fötus diese wichtigen Hormone zu Beginn der Schwangerschaft (1. Trimester) nicht selbst bilden kann, ist er auf die Versorgung mit mütterlichen Hormonen über die Plazenta angewiesen. Die Schilddrüse des Fötus nimmt ihre Funktion erst ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel auf.
Symptome einer Unterfunktion der Schilddrüse
Sie können während der Schwangerschaft unauffällig sein.
• Abgeschlagenheit
• Unerklärliche Gewichtszunahme
• Hauttrockenheit
• Kälteempfindlichkeit
• Muskelschwäche
Postpartum-Thyreoiditis
Die Postpartum-Thyreoiditis kann in den Monaten nach der Geburt auftreten. Sie entsteht durch TPO-Antikörper, die das Schilddrüsengewebe angreifen, wodurch es zu einer passiven Freisetzung von Schilddrüsenhormonen ins Blut und zur Entwicklung einer Hyperthyreose kommt, auf die in der Genesungsphase eine vorübergehende oder bei 1-2% der Wöchnerinnen eine bleibende Hypothyreose folgt.
TPO-Antikörper lassen sich frühzeitig, d.h. ab dem ersten Schwangerschaftsdrittel, nachweisen.
Wann müssen die Schilddrüsenhormone bestimmt werden?
Der ideale Zeitraum für die Bestimmung der Schilddrüsenhormone und die Antikörpersuche ist das erste Trimester der Schwangerschaft. Ein normaler TSH-Spiegel und das Fehlen von TPO-Antikörpern gestatten den Ausschluss einer Schilddrüsenerkrankung. Bei abnormen Schilddrüsenwerten wird eine wirksame Behandlung verschrieben und der Verlauf überwacht.
Tipps
Um einen normalen Verlauf von Schwangerschaft und Kindesentwicklung nicht zu gefährden, müssen Sie Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt über jede bekannte Vorerkrankung der Schilddrüse (Über- oder Unterfunktion) berichten, auch wenn diese längst ausgeheilt ist.
Die Bestimmung von TSH und TPO-Antikörpern gibt einen genauen Aufschluss über Ihre Schilddrüsenfunktion. Diese Untersuchungen sind nicht vorgeschrieben, werden aber empfohlen. In der Schwangerschaft kommt es zu bedeutenden physiologischen Stoffwechselveränderungen. Diese betreffen auch die Funktion der Schilddrüse, ohne dass sich dies durch spezifische Symptome äussern muss (subklinische Thyreoiditis).
Sprechen Sie mit Ihrer medizinischen Fachperson, wenn Sie sich unsicher fühlen.